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StG 44 / MP 44 / Seite 2

 

Zerlegter Maschinenkarabiner
Zerlegter Maschinenkarabiner

 

Geschichte und Entwicklung
Die Reichweite der Maschinenpistolen mit der 9 mm Luger Patrone waren nur für kurze Reichweiten bestimmt. Um dem einzelnen Soldaten mehr Kampfkraft zu geben wurde ein neues Gewehr mit neuem Kaliber gesucht. Schon in den 20ern begann man mit der Entwicklung einer neuen kurzen Infanteriepatrone, später förderte auch das Heereswaffenamt (HWaA) diese Versuche. Doch erst 1938 kam ein Auftrag vom HWaA, ein automatisches Gewehr im neu entwickelten Kaliber 8x33 mm zu bauen. Grund dafür war die vorhandene Infanteriepatrone 8x57IS, die von sämtlichen Karabinern und MGs benutzt wurden. Militärs lehnten derartige Munition immer ab, obwohl sie durchaus gute Leitungen erzielten. Weitere Informationen über die 8x33 mm und früheren Kurzpatronen finden sie hier.
Am 18. April 1938 bekam die Suhler Firma "Haenel" den Auftrag ein "Maschinenkarabiner" (Mkb) im Kaliber 8x33 mm zu entwickeln. Die in Zella-Mehlis liegende Firma "Carl Walther" bekam erst im Januar 1941 den gleichen Entwicklungsauftrag.
Folgende Anforderungen stellte das HWaA an die Entwicklerfirmen: Das Gewicht und die Länge der Waffe sollte nicht mehr sein als beim Karabiner 98k, eher leichter und kürzer. Ebenso sollte es die gleiche Genauigkeit besitzen. Das auf dem Karabiner einsetzbare Gewehrgranatengerät soll auch auf dem Mkb verwendet werden können. Die neue Waffe soll ein einfaches System besitzen und gegen Verschmutzen geschützt sein. Die theoretische Feuerrate soll zwischen 360 und 450 S/min liegen.
Im Juni 1942 legte Haenel dem Waffenamt die 50 geforderten Waffen vor. Einige wurden anschließend in Truppenversuchen getestet. Walther konnte seine 200 geforderten Waffen erst später vorlegen. Nachdem auch die Walther Waffe getestet wurden, entschied sich das HWaA für das Mkb42(H) von Haenel.
Der MkB42(W) (Walther) war in der Bedienung etwas umständlich. Der Sicherungswahlhebel befand sich auf der linken Seite und der Wahlhebel für Einzel- und Dauerfeuer auf der Rechten. Durch diese umständliche Kombination konnte ein Schütze z.B. mit Handschuhe den rechten Hebel sehr schlecht bedienen. Laut Waffenamt sollte das Walthermodell mit Drehriegelprinzip nicht so robust sein wie sein Konkurrent. Das komplizierte Gaskolbengestänge mit 2-fach angebohrtem Lauf machte keinen guten Eindruck.
Die Entwickler Haenels unter anderem auch Hugo Schmeisser, bauten einen Gasdrucklader mit Kippriegelverschluß. Die Frankfurter "Merz-Werke" lieferte die von Haenel geforderten Blechprägeteile. Der Sicherungswahlhebel befand sich auf der linken Seite, der Wahlhebel für Einzel- und Dauerfeuer befand sich darüber. Es war ein durchgehender Druckbolzen der von beiden Seiten bedient werden konnte. Es gab aber auch noch andere Gründe für die Ablehnung des Mkb42(W).

 

Systemgehäuse einer MP 44
Systemgehäuse einer MP 44


Von Anfang an war der Reichsführer Hitler gegen ein Gewehr mit neuer Patrone und untersagte diese Produktion. Doch es wurden weiterhin (ca. 11900 Stück) unter Geheimhaltung hergestellt und von Truppen getestet. Als Hitler jedoch von dieser Produktion erfuhr, stoppte er diese.
Die Produktion ging allerdings bei der Firma Gustloff weiter. Dort wurde derzeit ein Maschinenkarabiner für die normale Infanteriepatrone entwickelt. Unter diesem Projekt konnte Haenel das sein Modell weiter verbessern. Es wurden einige Teile des Walther Modell verwendet. Gustloff konnte nur wenige Modelle des Maschinenkarabiners vorzeigen, doch zum Täuschen langte es. Sie nannten ihr Modell Mkb43(G).
Der Mkb 42(H) wurde einfach MP43 genannt, in der Hoffnung das Hitler diese Waffe als Maschinenpistole anerkennt. Doch alle Täuschungsversuche brachten keiner Erfolg, die Produktion wurdee gestoppt. Im September 1943 waren schon 14000 Waffen geliefert und in Truppenversuchen erfolgreich getestet. Ende Oktober 1943 erfolgte bei der 93.InfDiv im Nordabschnitt der Ostfront der erste große Einsatz. Es zeigte sich das die Waffe sehr effektiv war, besonders weil die MG Unterstützung nicht mehr zwingend erforderlich war. Diese und andere gute Argumente vom HWaA und Albert Speer, brachte Hitler dazu seine Meinung gegenüber dem Gewehr und der neuen Patrone zu ändern. Im März 1944 wurde das Gewehr mit kleinen Änderungen in MP44 umbenannt. Fortan konnte die Produktion anlaufen. Bis Juli 1944 waren nur 80000 Waffen geliefert worden. Erst nachdem einige Divisionskommandeure im Führerhauptquartier Hitler die Wirkungsweise der MP44 vortrugen, ließ der die Produktion auf besondere Dringlichkeit stellen. Im Dezember desselben Jahres wurde der MP44 den Namen Sturmgewehr 44 gegeben. Auch Abkürzungen wie Stgw 44 und StG 44 wurden verwendet.
Das Ziel war es die MP40 durch die MP44 zu ersetzen. Bis zum Ende des 2. Weltkrieges wurden insgesamt jedoch nur wenige Truppen mit der MP44 versorgt. Die Produktionsmenge für die MP43 und 44 soll bei ca 425000 Stück liegen. Der Richtpreis für die Fertigung bei Walther, Haenel, Sauer und Steyer lagen bei rund 66 RM pro Gewehr. Es wurden 10,9 kg Rohmaterial benötigt. Die Waffe war auf Massenproduktion ausgelegt, das Gehäuse bestand aus schnell gefertigten Blechen. Das sparte nicht nur Herstellungszeit- und kosten, sondern auch Gewicht.
Das Stgw 44 kann sich als erste Waffe zur Gattung der Sturmgewehre zählen. So steht es in der Literatur. Genau betrachtet ist die MP44 sowie auch die AK 47 in der Gattung der Maschinenpistolen einzuordnen. Jedoch gehen hier die Meinungen auseinander.

 

Herstellungszahlen Mkb. 42 MP43 / MP44
1942 116 -
1943 11 717 19 501
1944 - 281 860
1945 - 124 616

Heer Luftwaffe Kriegsmarine Ausland
7215 4320 2069 17

Hierbei handelt es sich um genaue Auslieferungszahlen bis zum 1. April 1945, es wurden jedoch 70 Testwaffen nicht mitgerechnet und auch diverse abgelehnte Waffen des HWaA fließen nicht mit in die Rechnung ein.

 

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