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PSS / Seite 2

 

PSS - Seitliche Ansicht
PSS - Seitliche Ansicht

 

Entwicklung und Technik
Die schallgedämpfte Pistole PSS ist eine Entwicklung der Konstrukteure Levtschenko und Krylov und wurde im Zentralinstitut für präzisen Maschinenbau (TsNII TotschMasch) in der Stadt Klimowsk gebaut. Die Abkürzung PSS steht für "Pistolet Spetsialnij Samosarjadnij", was soviel wie Spezialselbstladepistole heißt. Die Indexbezeichnung der Pistole ist 6P28, ihr Beiname lautet "Vul". Die PSS wurde 1983 bei diversen Spezialeinheiten der Armee und des Innenministeriums eingeführt.

 

PSS mit geöffenetem Verschluß
PSS mit geöffenetem Verschluß

 

Was die PSS von anderen schallgedämpften Waffen unterscheidet ist, dass sie ohne einen Schalldämpfer auskommt. Ermöglicht wird dies durch die besondere Konstruktion der verwendeten Spezialpatrone SP-4 im Kaliber 7,62x42 mm (die gleiche Munition verwendet das Kampfmesser NRS-2). Die Treibladung der Patrone wird von einem Kolben abgedeckt, der das Geschoß auswirft und nach dem Schuß in der Hülse stecken bleibt. Dadurch werden die Treibgase im Inneren der Hülse gefangen und der so Mündungsknall verhindert. Das Ergebnis ist ein Schuß, dessen Lautstärke in etwa der eines Luftgewehrs entspricht. Das Geschoss aus Stahl hat die Form eines Zylinders und wiegt 10 g. Die Zylinderform verschlechtert zwar die ballistischen Eigenschaften des Projektils, verbessert jedoch die Stoppwirkung. Nach Angaben des Herstellers durchschlägt die das Geschoss einen Armeehelm auf 20 m.

Die PSS ist ein Rückstosslader mit Masseverschluss, dessen Rückholfeder über dem Lauf angebracht ist. Die Abzugsvorrichtung verfügt über einen Spannabzug und basiert auf der der Pistole PM; die auf dem Verschluß angebrachte Sicherung ermöglicht ein Entspannen des Hahns. Die Munitionszufuhr erfolgt über ein einreihiges Magazin mit einem Fassungsvermögen von sechs Patronen. Das Magazin wird durch das untere Ende der Hahnfeder arretiert.
Um die Pistole zu zerlegen, muß der Teil an der Mündung, der den Verschluß festhält, nach vorne gezogen und um 90° gedreht werden. Dann wird der Verschluss vorne angehoben und nach hinten bewegt. Jetzt muss man den hinteren Teil des Verschlusses anheben, der nun abgenommen werden kann.
Bedingt durch die Tatsache, dass die Treibgase die Hülse nicht verlassen, ist die Funktion der Pistole etwas ungewöhnlich. Der Lauf besteht aus zwei Teilen: dem beweglichen Patronenlager und dem starren gezogenen Teil. Wenn das Projektil nach dem Schuß in die Züge des Laufs gepresst wird, bewegt sich die Hülse zusammen mit dem Patronenlager und dem Verschluß zurück. Nach einem Weg von etwa acht Millimetern stoppt das Patronenlager, der Verschluss jedoch bewegt sich aufgrund seiner Trägheit weiter und wirft die Hülse aus. Währenddessen drückt eine unter dem Patronenlager angebrachte Feder diesen wieder nach vorne. Kurz bevor der Verschluss in seiner hintersten Position ankommt, greift er mit einem Haken das Patronenlager, dessen Masseträgheit und Feder den Rückstoss dämpfen.

 


Waffe mit leerem Magazin

 

Insgesamt ist die Pistole PSS eine sehr interessante Konstruktion, deren Vorteile vor allem in der kompakten Bauweise liegen. Dadurch, daß kein Schalldämpfer benötigt wird, eignet sich die Waffe sehr zum verdeckten Tragen. Ein Nachteil ist die teure Munition, die nach dem Schuss durch dem hohen Innendruck zudem gefährlich ist.

Erstellt von DDT, waffeninfo.net (C)

 

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